Ausstellung / Rückblick

 

17.09. – 28.12.2008 -
Aufgrund des großen Erfolgs verlängert bis 25.01.2009.

Die Erinnerung ist oft das Schönste - Fotografische Porträts von Romy Schneider

Mit „Die Erinnerung ist oft das Schönste - Fotografische Porträts von Romy Schneider" stellt die Stiftung Opelvillen die großen Fotografen Herbert List, Max Scheler, Roger Fritz, F. C. Gundlach, Will McBride, Peter Brüchmann, Werner Bokelberg, Helga Kneidl und Robert Lebeck vor. Alle fotografierten Romy Schneider auf ganz unterschiedliche Weise, als junges Mädchen, in ihren Filmrollen, mit ihren Kinder n, scheinbar unbeobachtet im Alltag oder in Posen und Verkleidungen, fröhlich oder nachdenklich, schön und verletzlich. Zu sehen sind mehr als 140 Aufnahmen, davon werden rund 40 erstmals gezeigt.

Von kaum einem anderen Star existieren so viele verschiedene und so widersprüchliche Bilder. Romy Schneider wurde tausendfach fotografiert – und doch ist sie immer rätselhaft geblieben. Die in der Ausstellung präsentierten Fotografen trafen nur einmal auf Romy – Herbert List etwa hielt den Teenager um 1954 auf bisher unbekannten Bildern fest – oder begleiteten sie durch ihr Leben, wie Robert Lebeck, dem seit den 1950er-Jahren bis kurz vor ihrem Tod beeindruckend persönliche Aufnahmen gelangen.

Die Momentaufnahmen lassen den Mythos Romy lebendig werden, gleichzeitig wird die Vergänglichkeit des Daseins auf eindrückliche Weise sichtbar. Denn das Grundwesen der Fotografie ist es, ein Abbild zu schaffen, um Geschehenes dauerhaft bezeugen zu können. Doch schon im Moment der Aufzeichnung ist das aufgenommene Foto nur noch Beleg eines flüchtigen Augenblicks.

Bisher unveröffentlicht sind die Fotografien von Herbert List, Werner Bokelberg, Peter Brüchmann, Roger Fritz und Max Scheler. Auch ein Großteil der Fotos von F. C. Gundlach und Will McBride werden zum ersten Mal öffentlich ausgestellt und publiziert. Die Fotografien von Helga Kneidl und Robert Lebeck sind bereits in Büchern über Romy Schneider erschienen. Diese Bände sind jedoch vergriffen.

Der Ausstellungskatalog ist im Hatje Cantz Verlag erschienen und zum Preis von 29,80 € erhältlich:

Beate Kemfert (Hrsg.)

Die Erinnerung ist oft das Schönste
Fotografische Porträts von Romy Schneider
Vorwort von Beate Kemfert, Text von Freddy Langer

176 Seiten, 138 Abb., davon 10 farbig, 128 in Duplex 25,30 x 31,00 cm, gebunden mit Schutzumschlag. Idee und Konzeption der Ausstellung und des Buches: Dr. Beate Kemfert

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Zur Entstehungsgeschichte und zum Hintergrund der Ausstellung

Die Idee, fotografische Porträts von Romy Schneider zum Thema einer Ausstellung und eines Buches zu machen, entstand schon vor Jahren. Begonnen hat die Suche nach Romy-Bildern mit kleinen Porträts aus vergilbten Zeitschriften , Flohmarktware, die in keiner Zeile die Urheber preisgab. Hier setzte die Recherche an, die Dr. Beate Kemfert zu der Auswahl von neun großen Fotokünstlern führte: Peter Brüchmann, Werner Bokelberg, Roger Fritz, F. C. Gundlach, Helga Kneidl, Robert Lebeck, Herbert List, Will McBride und Max Scheler. Die Fotografen und deren Mitarbeiter unterstützten mit unendlicher Geduld die Ausstellung und die Publikation, sie öffneten ihre Archive, zogen Schubladen, prüften Abzüge und stellten nicht veröffentlichte Fotos zur Verfügung.

Dr. Beate Kemfert versteht „Die Erinnerung ist oft das Schönste - Fotografische Porträts von Romy Schneider“ als Schlüsselausstellung zum Verständnis der Fotografie im Allgemeinen und des fotografischen Porträts im Besonderen. Angelehnt an den französischen Kulturwissenschaftler Roland Barthes erfolgte die Suche nach einem entscheidenden Romy-Porträt. In seinem Essay Die helle Kammer - Bemerkungen zur Photographie beschreibt Roland Barthes, wie er sich nach dem Tod seiner Mutter auf die Suche nach ihrem „wahren“ Foto begab. Aus unzähligen Bildern wählte er schließlich allein ein Kinder foto aus, über das jeder andere Betrachter schnell hinweggeschaut hätte, das für ihn jedoch etwas besaß, das er in keiner anderen Abbildung fand. Nur dieses Foto zeigte für Barthes die Einzigartigkeit seiner Mutter. Barthes beschreibt die Fotografie allgemein als Faszinosum, das wahrgenommen, erblickt und angeschaut sein will. Er empfiehlt, genau hinzuschauen, um im Foto Magie und Alchimie und ein Symbol der Unsterblichkeit zu sehen und schließlich sogar den abstrakten „Ausdruck“ – „dieses Unerhörte, das vom Körper zur Seele führt“ - zu finden. Barthes Empfehlung bekommt eine besondere Bedeutung, wenn man auf Fotografien eines Menschen trifft, den man persönlich vielleicht gar nicht gekannt hat und der dennoch Empfindungen auslöst, die sich mit Liebe und Mitleid beschreiben lassen.

Es ist dieses von Barthes beschriebene Erstaunen, das einen beim Anblick einer Fotografie von Romy Schneider erfasst. Tatsächlich fühlt sich die Ergriffenheit, die einen unwillkürlich erfasst, zunächst seltsam an, da man weder am Geschehen noch an der Aufnahme beteiligt war. Lediglich ein Foto liegt uns Jahre nach seiner Entstehung in Händen, gedruckt auf Papier, bestehend aus Schwärze auf hellem Grund, das aber zu erzählen beginnt, sobald wir es näher anschauen. Die Chiffren dazu haben die Fotografen und das Model in den Momenten ihrer Begegnungen gelegt. Nun treten wir als Betrachter hinzu und jeder Besucherin und jedem Besucher wird es ermöglicht, das für ihn „wahre“ Romy-Porträt auszuwählen.

Wir sehen Porträts einer Romy Schneider, die als junges Mädchen oder erfahrene Frau ansieht. Momente, die in der Vergangenheit liegen, werden auf diese Weise wieder gegenwärtig. Die Quellen für das Licht, das ihr Abbild transportierte, waren natürlicher, wenn sie auf der Straße lief, oder künstlicher Art, wenn im Studio die Scheinwerfer auf sie gerichtet wurden. Herbert List, der frühe Atelieraufnahmen von ihr schoss, führte das Licht seitlich an das junge Mädchen derart vorsichtig heran, dass der Lichteinfall einer zärtlichen Berührung gleicht, die eine weiche Partie ihres Gesichtes liebkost. Aber es ist nicht nur diese Geste, sondern auch ein winziges Detail, das den Bann der Aufnahme verstärkt. Romy Schneider trägt ein Accessoire, das eher nachdenklich stimmt, wenn man der Deutung Glauben schenkt, dass Elefanten mit erhobenem Rüssel als ausgesprochene Glücksbringer gelten. Andere Fotografen, wie Max Scheler, der sie wenig später in Venedig bei Dreharbeiten traf, ordnen der jungen Schauspielerin Gegenstände eindeutig nicht assoziativ, sondern kontrastierend zu. Scheler zeigt uns Romy Schneider, nicht Sissi, die den Handspiegel prüfend hält, um ihre Krone zu richten. Auch Roger Fritz nimmt die Schauspielerin Jahre später vergleichbar auf. Er begleitet sie als Freund, auf der Straße, ins Café, in ihre Wohnung. Ihm schenkte Romy Schneider ein Lächeln, das erwidert werden will. Peter Brüchmann gelang es auf einem Filmball, sie heiter, unbeschwert, ja sogar herzhaft lachend festzuhalten. Und immer wieder sehen wir dieses besondere Licht, das ihr Antlitz in Reflexen und Akzente erhellt und zum Strahlen bringt. Auch hierin drückt sich die Zuneigung der Fotografen aus, die heute uns erfasst.

Große Fotografen sind immer Porträtisten, sie schaffen Bilder der Vergänglichkeit, die von Leben und Tod erzählen. Peter Brüchmann, Werner Bokelberg, Roger Fritz, F. C. Gundlach, Helga Kneidl, Robert Lebeck, Herbert List, Will McBride und Max Scheler verstanden, das Wesen von Romy Schneider auf einzigartige Weise festzuhalten. Ja, so ist sie gewesen , möchte man beim Betrachten der Ausstellung mit über 140 Fotografien sagen, wenn man erkennt, wie die neun ausgewählten Fotografen, der Schauspielerin auf ihre je individuelle Weise die Maske nehmen, um das wechselvolle Leben in ihrem Gesicht dauerhaft erscheinen zu lassen.

Das Projekt mit mehr als 140 Fotografien, die teilweise zum ersten Mal abgezogen, gerahmt, ausgestellt und dadurch öffentlich wurden, ließe sich nicht ohne die Hilfe von Partnern ermöglichen: Als Sponsoren für die Ausstellung fungieren die Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim gGmbH, die Canon Deutschland GmbH, DBV-winterthur Deutschland AG, die Rüsselsheimer Volksbank eG, die Media Markt TV-Hifi-Elektro GmbH in Bischofsheim , und eine namhafte Persönlichkeit aus dem Umfeld von Romy Schneider, die anonym bleiben möchte. Der besondere Dank der Stiftung Opelvillen gilt dem Geschäftsführer des GPR-Klinikums Friedel Roosen. Grundsätzlicher Dank gilt wie bei jeder Ausstellung der Stadt Rüsselsheim, stellvertretend dem Oberbürgermeister Stefan Gieltowski und dem Bürgermeister und Kulturdezernenten Jo Dreiseitel, der Adam Opel GmbH und ihrem Geschäftsführer Hans Demant, und dem Freundeskreis und den Wegbegleitern der Stiftung Opelvillen, durch die die Arbeit der Stiftung überhaupt erst ermöglicht wird.

Biografien der Fotografen

Herbert List
7. Oktober 1903, Hamburg – 4. April 1975, München

Als Kaufmann tritt Herbert List 1923 in das Kaffeegeschäft seines Vaters in Hamburg ein und unternimmt Geschäfts- und Studienreisen nach Süd- und Mittelamerika. 1930 beginnt er in seiner Freizeit gemeinsam mit Andreas Feininger zu fotografieren. Es entstehen vom Surrealismus und der Neuen Sachlichkeit beeinflusste Aufnahmen. Im französischen Jahrbuch Photographie erscheinen 1935 erstmals Arbeiten von List. 1936 emigriert er nach London und Paris und befreundet sich mit George Hoyningen-Huene, Cecil Beaton und Jean Cocteau. Bis 1941 lebt und arbeitet List in Athen, teilweise in Paris. 1937 ist in der Pariser Galerie du Chasseur d'images seine erste Einzelausstellung zu sehen, es folgen zahlreiche Veröffentlichungen, unter anderem in Harper's Bazaar und Life. 1944 wird List gezwungen, als Wehrmachts-Soldat nach Norwegen zu gehen. 1945 kehrt er nach München zurück und wendet sich der journalistischen Fotografie zu. Er veröffentlicht zahlreiche Fotoreportagen und Künstlerporträts, unter anderem in der von den US-Amerikanern gegründeten Wochenzeitschrift Heute und der Schweizer Zeitschrift Du. Seine Aufnahmen von Straßenszenen zum Beispiel in Neapel und Rom sind von Henri Cartier-Bresson und dem Neorealismus des italienischen Films beeinflusst. Von 1952 bis 1959 arbeitet List für die Agentur Magnum. 1953 erscheint der Bildband Licht über Hellas mit Griechenland-Fotos, die Ende der 1930er-Jahre entstanden sind. Herbert List fotografiert 1954 in einem Münchner Studio die knapp 16-jährige Romy Schneider. Nach 1960 konzentriert er sich im Wesentlichen auf das Sammeln italienischer Grafik des 16. bis 18. Jahrhunderts. 1964 zeichnet die Gesellschaft Deutscher Lichtbildner List mit der David-Octavius-Hill-Medaille aus. Heute findet man seine Arbeiten weltweit in Museen und Sammlungen. Seit 2000 ist das Fotomuseum in München das institutionelle Archiv des Werkes Herbert Lists.

Max Scheler
28. Dezember 1928, Köln – 7. Februar 2003, Hamburg

Max Scheler – Sohn des gleichnamigen Philosophen – ist im Krieg auf der Flucht, als er 1941 den Fotografen Herbert List in München kennenlernt. Zehn Jahre später assistiert er ihm auf gemeinsamen Reisen durch Italien, Spanien und Griechenland. 1952 wird Max Scheler in Paris Junior-Mitglied von Magnum. Von 1953 bis 1959 lebt Scheler in Rom und arbeitet als freier Bildjournalist in Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten und Asien für Magazine wie Picture Post, Look, Life, Paris Match, Epoca und die Münchner Illustrierte. 1957 reist er durch die USA und Mexiko. Im selben Jahr fotografiert er in Venedig Romy Schneider bei den Dreharbeiten zu Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin und während ihres Aufenthaltes bei den Filmfestspielen. 1959 zieht er nach Hamburg und beginnt dort seine langjährige Tätigkeit für den Stern, dessen Erscheinungsbild er mit Thomas Höpker, Robert Lebeck und Stefan Moses prägt. Schelers Hauptthema sind die Menschen unterschiedlicher Kulturkreise. Er fotografiert sie im Alltag, bei Festlichkeiten, in Krisen- und Kriegszeiten, porträtiert Politiker wie Konrad Adenauer, Willy Brandt, Heinrich Lübke und Unternehmer wie Giovanni Agnelli. 1964 reist er gemeinsam mit seiner Kollegin Astrid Kirchherr nach Liverpool, um die »Beatlemania« zu dokumentieren und die Dreharbeiten zu A Hard Day's Night, dem ersten Spielfilm der Beatles, fotografisch zu begleiten. 1975 gründet Scheler gemeinsam mit Rolf Gillhausen die Zeitschrift Geo, deren Bildchef er bis 1980 ist. Anschließend arbeitet er bis 1992 in gleicher Funktion für Merian. Über Herbert List, mit dem er zeitlebens befreundet ist, sagt er einmal: »List hat mich das Sehen gelehrt.« In seinen letzten fünfzehn Lebensjahren organisiert Scheler internationale Ausstellungen und veröffentlicht Bücher aus dem Nachlass seines Freundes Herbert List.

Roger Fritz
* 22. September 1936, Mannheim

Nach einer Ausbildung zum Großhandelskaufmann lernt Roger Fritz 1952 den Fotografen Herbert List kennen und assistiert ihm gelegentlich. Er beginnt, selbst zu fotografieren und gewinnt bei der Photokina 1953 und 1955 Preise. 1960 gründet Fritz mit Willy Fleckhaus und anderen die Zeitschrift twen . 1961 studiert er an der UFA-Nachwuchsschule für Schauspiel und Regie in Berlin. 1963 dreht Roger Fritz seinen ersten Kurzfilm Verstummte Stimmen, der mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet wird, sein zweiter Kurzfilm Zimmer im Grünen erhält das Prädikat »Besonders wertvoll«. Fritz assistiert Luchino Visconti bei Boccaccio 70 (1961) und Il Gattopardo (1962). Während der Dreharbeiten zu Boccaccio 70 fotografiert er Romy Schneider. Im selben Jahr entstehen in Paris bei Viscontis Inszenierung des John-Ford-Stücks Schade, dass sie eine Dirne ist Fotos von Romy Schneider und Alain Delon. In Deutschland führt Roger Fritz bei zahlreichen Filmen Regie, unter anderem bei Mädchen, Mädchen (1966), Häschen in der Grube (1968), Mädchen … nur mit Gewalt (1969) und Zwischen uns beiden (1971). Als Schauspieler agiert er in mehr als zwanzig Haupt- und Nebenrollen, unter anderem in Rainer Werner Fassbinders Lilli Marleen (1980). 1982 veröffentlicht er das Buch zu Fassbinders Film Querelle. Er ist außerdem als Produzent tätig. In den 1990er-Jahren ist Fritz Besitzer dreier Lokale in München und arbeitet weiterhin als Fotograf. 2002 veröffentlicht er das Buch Muc People über Menschen in München. Ausstellungen seiner Arbeiten sind 2004 in der Kunsthalle Mannheim, 2005 im Deutschen Filmmuseum, Frankfurt am Main, und 2007 in der Galerie Terminus in München zu sehen. Von 1968 bis 1974 ist Roger Fritz mit der Schauspielerin Helga Anders verheiratet. Aus dieser Ehe stammt seine Tochter Tatjana Leslie.

F.C. Gundlach
* 16. Juli 1926, Heinebach / Hessen

Nach der Ausbildung an einer privaten Schule für Fotografie in Kassel arbeitet F. C. Gundlach von 1949 bis 1952 als Assistent und freiberuflicher Fotograf in Wiesbaden, Stuttgart und Paris mit ersten Veröffentlichungen in Illustrierten. 1951 beginnt er, für die Zeitschrift Film und Frau zu fotografieren und sich auf Modefotografie zu spezialisieren, darüber hinaus arbeitet er unter anderem für den Stern, für Quick und für Revue, für die Elegante Welt, für Madame und für Chic. Als einer der ersten deutschen Fotografen unternimmt er in dieser Zeit Mode- und Reportagereisen in den Nahen, Mittleren und Fernen Osten sowie nach Mittel- und Südamerika. In Hamburg fotografiert er 1961 Romy Schneider, die soeben die Hauptrolle in Fritz Kortners Die Sendung der Lysistrata gespielt hat. Ab 1963 hat er einen Exklusiv-Vertrag mit der Zeitschrift Brigitte, für die er bis 1986 arbeitet. Zahlreiche Location-Reisen führen ihn in den 60er-, 70er- und 80er-Jahren in alle Welt, vor allem in die USA.

1975 eröffnet Gundlach in Hamburg die PPS Galerie, eine der ersten Fotogalerien in Deutschland. Die erste große Retrospektive seines eigenen fotografischen Werkes ModeWelten wird seit 1986 im In- und Ausland gezeigt. 1988 wird er als Professor an die Hochschule der Künste Berlin berufen. 1999 initiiert er die Triennale der Photographie in Hamburg. 2000 gründet Gundlach die Stiftung F. C. Gundlach. 2003 wird er zum Gründungsdirektor des Hauses der Photographie, Deichtorhallen Hamburg, berufen. Im selben Jahr übergibt er seine Sammlung Das Bild des Menschen in der Photographie als Dauerleihgabe an die Freie und Hansestadt Hamburg. 2008 ist im Rahmen der 4. Triennale der Photographie im Haus der Photographie die Ausstellung F. C. Gundlach. Das fotografische Werk zu sehen. Gundlach gilt als bedeutendster deutscher Modefotograf der Nachkriegszeit.

Will McBride
* 10. Januar 1931, St. Louis / USA

Will McBride studiert von 1948 bis 1950 in Vermont Anglistik. Außerdem ist er Privatschüler bei dem Maler Norman Rockwell. Von 1950 bis 1953 studiert er in New York Kunstgeschichte, Malerei und Illustration. Während seines Militärdienstes, den McBride von 1953 bis 1955 bei der US-Army in Würzburg absolviert, beginnt er mit fotografischen Arbeiten. 1955 zieht er nach Berlin und studiert an der Freien Universität Philologie, ergänzt durch Malerei und Fotografie. 1959 heiratet er Barbara Wilke. Er arbeitet zunächst in Berlin und ab 1961 in München als freier Fotograf. Durch seine expressiven Reportagen für das Magazin twen wird McBride zu einem der gefragtesten Fotografen der 1960er-Jahre, seine Reportagen gelten als stilbildend. Er arbeitet unter anderem für Stern , Life , Look und Paris Match . Im Frühjahr 1964 porträtiert er in Paris im Auftrag von twen Romy Schneider.

McBrides Söhne Shawn (* 1960), Robin (* 1962) und Brian (* 1964) werden geboren. 1969 trennen sich Barbara und Will McBride. Die Münchner Galerie Christoph Dürr präsentiert 1972 die erste Einzelausstellung des Künstlers. Im selben Jahr zieht McBride nach Casoli di Camaiore (Toskana) und setzt sich verstärkt mit Plastik und Malerei auseinander. Die PPS Galerie in Hamburg zeigt 1981 die Ausstellung Will McBride: Autobiografie. 1983 kehrt McBride nach Deutschland zurück und eröffnet in Frankfurt a. Main ein Studio für Fotografie, Malerei und Bildhauerei. Die Hamburger Galerie Art + Book zeigt im selben Jahr die Ausstellung Siddharta. Die große Retrospektive Will McBride – 40 Jahre Fotografie ist 1992/93 unter anderem in Frankfurt a. Main, Bonn, Hamburg, München und Berlin zu sehen. 1997 erscheint die Autobiografie I, Will McBride, 1999 der Bildband Coming of Age . Will McBride lebt seit Ende der 1990er-Jahre in Berlin, im Mittelpunkt seines Schaffens stehen die Malerei und die Installation No War! Monument mit über hundertfünfzig Bronzefiguren gegen den Krieg. Die Deutsche Gesellschaft für Photographie zeichnet Will McBride 2004 für sein Lebenswerk mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis aus.

Peter Brüchmann
* 5. April 1932, Berlin

Peter Brüchmann geht von 1949 bis 1950 in Berlin bei der Porträtfotografin Lotte Söhring in die Lehre. Anschließend absolviert er ein Volontariat bei der Deutschen Presseagentur (dpa). Ab 1956 ist er dort fest angestellter Fotograf. In dieser Zeit veröffentlicht er erstmals mehrere Bilder in der von Willy Fleckhaus gestalteten Jugendzeitschrift Aufwärts.

1958 ist Brüchmann kurzzeitig Bildreporter für die Berliner Redaktion der Constanze . Ende 1958 zieht er nach Hamburg und arbeitet dort für Constanze , Schöner Wohnen und Brigitte . 1963 wechselt er zu Bild am Sonntag . Ein Jahr später zieht er nach München und arbeitet dort für die Revue . 1966 bis 1967 ist er Redaktionsfotograf bei Quick . Danach ist Brüchmann freiberuflich tätig. Romy Schneider fotografiert er 1967 und 1968 auf dem Münchner Filmball des Burda Verlags. In den folgenden Jahren veröffentlicht er unter anderem in Quick , Freundin , Playboy und Lui. Hinzu kommen zahlreiche Fotos für twen . Peter Brüchmann ist vor allem durch seine Fotografien von Frauen bekannt, dazu zählen sowohl erotische Aufnahmen als auch Porträts. Mehrere seiner Arbeiten sind 1995 im Münchner Stadtmuseum in der Ausstellung twen – Revision einer Legende zu sehen. Peter Brüchmann lebt in Berlin.

 


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