Offener Brief an alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rüsselsheim, sowie alle Freunde der Walter-Köbel-Halle

(13.12.2010) Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, am letzten Samstag war sie wieder da!

Die Nacht der Nächte – Benefiz für Kids – lud zum 10. Mal zur Spendengala ein.

Vier fanstastsiche Coverbands bereiteten den 3.000 Besuchern einen furiosen Abend. Und einmal mehr stellte die Walter-Köbel-Halle ihr Multifunktionstalent unter Beweis. Als Gast war man begeistert von den tollen Auftritten und bestimmt fühlten sich alle Gäste in dieser Halle wohlbehütet. Zumindest konnte man weder sorgenvolle Blicke Richtung Tragfähigkeit der Dach- und Deckenkonstruktion beobachten, noch waren Gäste mit Atemschutzmasken zu sehen.

Warum auch? Denn nicht nur nach unseren Untersuchungen, sondern auch nach einhelliger Expertenmeinung gilt die Halle als besonders solide und eigentlich ist sie uneingeschränkt nutzbar.

Ein Wehmutstropfen kam in die tolle Stimmung, als den Besuchern bewusst wurde, dass sie eben gerade den tatsächlich letzten Auftritt der „Flying Toreros“ erlebt hatten.

Gäste aus Heppenheim, die uns in den letzten Jahren immer begleitet haben, fragten spontan : „Hören die wirklich jetzt schon auf? Und wird es in Zukunft kein Benefiz mehr geben ?“

Und offenkundig der Logik solcher Fragen folgend, fast schon mit einem mahnenden Unterton …. „die werden doch hoffentlich diese tolle Halle nicht abreißen und eine unbedeutende Provinz-Sporthalle bauen !“

Die Antwort mussten wir ein Stückweit schuldig bleiben. Natürlich hoffen wir, dass Benefiz für Kids weitergeht und natürlich hoffen wir, dass unsere Stadtverordneten verstanden haben, dass man diese Halle nicht abreißen muss, auch nicht abreißen darf.

Bei der Spendenübergabe mahnte unser Landrat Thomas Will, dass es eigentlich eine Schande sei, dass wir in unserem Land „Tafeln“ brauchen, um einen Teil unserer Kinder ordentlich ernähren zu können. Und Pfarrer Eich sprach von über 1.500 Kindern und Jugendlichen im Kreis Groß-Gerau, die dies betrifft.

Da kommt man unweigerlich ins rechnen:
ca. € 60.000,-- die an diesem Abend zusammen kamen, dass sind
ca. € 40,-- pro Kindernase.

Über € 500.000,-- für eine bis dato ungenutzte Sanierungsplanung des Architekten Wissler, darin ca. € 150.000,-- für eine falsche Stadtverordnetenvorlage als Alibi für einen Neubaubeschluss, ein Rechtfertigungsgutachten und einen Moderator. Da kann sich jeder selbst ausrechnen, was dieses Geld bei den Tafeln im Kreis Groß-Gerau pro Kinderkopf bewirkt hätte.

Uns bleibt nur die Hoffnung, dass es in den Ohren derer, die augenscheinlich etwas salopp mit öffentlichen Geldern (unserem Geld) umgehen, noch lange nachhallt, damit zukünftig gut nachgedacht und erst dann Gelder ausgegeben werden.

Und dass am Ende die Vernunft siegt, das unsere Walter-Köbel-Halle zielgerichtet und mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten vielleicht in Abschnitten und nach Erfordernissen saniert wird. Das dies möglich ist, haben wir unter Beweis gestellt. Das dies günstiger ist als ein kleinerer, in seiner Ausstrahlungskraft unbedeutender und etztendlich bis heute nur in groben Kostenschätzungen kalkulierter Neubau steht außerhalb jeder Frage.

Das der Moderator aus unserer Sicht ohne Not weitere Angstzuschläge auf die Kostenkalkulation selbstständig aufgeschlagen hat, mag vielleicht damit zusammenhängen, dass er viel mit der öffentlichen Hand baut und weiß, wie schnell man mit einer schlechten Planung und einer ungenügenden Bauleitung Geld verbrennen kann.

Dieses Risiko besteht aber auch bei Neubauten und wieder fallen uns die „Tafeln“ ein. Alles was für eine allumfassende Sanierung und Modernisierung dieser Halle gebraucht wird, liegt unterhalb von 12 Mio. Euro und kann in
Abschnitten ausgeführt werden. So bleibt auch hier die Hoffnung, dass am Ende sicher nicht 15,3 Mio. Euro, wie vom Moderator mit Zuschlag auf den Zuschlag zum Zuschlag ermittelt, verbraucht werden.

Was man mit eingesparten 3 Mio. Euro für die Kinder im Kreis Groß-Gerau leisten kann, bräuchte 50 Jahre erfolgreiche Benefizgalas in der Walter-Köbel-Halle. Und ein Neubau der halb so groß und doppelt so teuer ist, bräuchte wie viele Benefizgalas ?

Richtig ! Gar keine, denn in diesem Neubau wird man solche Veranstaltungen nicht mehr machen können !

Herzliche Grüße Ihre
Handwerker-Initativ-Gruppe
Walter-Köbel-Halle

P.S. Liebe Grüße an Conny und Werner Müller!
Wenn man unseren Empfehlungen folgt wird die Walter-Köbel-Halle längst saniert und wieder benutzbar sein, bevor Euer nächstes Benefiz für Kids beginnt

 

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