Allgemeinraum wird zum Kinderclub
„Stark für Rüsselsheim“: Stadtwerke unterstützen Nachbarschaftstreff der gewobau

(06.12.2010) Der Besucher erfährt auf den ersten Blick, wo er sich befindet – im „Club der Kids“. Wer diesen Namen großformatig an die Wand gepinselt hat, wird auf der Fläche daneben deutlich. Abdrücke von Kinderhänden fügen sich dort zu einem bunten Mosaik zusammen. Zwischen fünf und 15 Kinder kommen regelmäßig in einem ehemaligen Allgemeinraum im Berliner Viertel in Rüsselsheim zusammen.

In diesem Haus der gewobau Rüsselsheim betreut Fatiha Hammoudi seit drei Jahren einen „Nachbarschaftstreff“, wie der „Club der Kids“ offiziell heißt. Damit die Mädchen und Jungen in der kalten Jahreszeit nicht frieren, werden sie künftig von einer Elektroheizung gewärmt. Die Stadtwerke Rüsselsheim haben die beiden Wandkonvektoren gesponsert. „Die Kinder sind super glücklich, dass es hier so schön warm und gemütlich ist“, sagt Fatiha Hammoudi. Im Frühjahr hatte die gewobau dort bereits Steckdosen und einen eigenen Stromzähler installieren lassen.

„Eine Elektroheizung ist in aller Regel wirtschaftlich und ökologisch die schlechteste Lösung“, sagt Sven Halling, bei den Stadtwerken Leiter Energiedienste. Doch meistens ist eben nicht immer: „Für einen Raum in dieser Größe, der zudem nur stundenweise genutzt wird, wäre jede andere Art der Wärmeversorgung ökonomisch nicht vertretbar, weil dafür erst aufwändig die gesamte Infrastruktur in den Keller hätte verlegt werden müssen.“

Dass sich die Stadtwerke für den „Club der Kids“ engagieren, hängt mit dem Bündnis „Stark für Rüsselsheim“ zusammen. gewobau, Stadtwerke und vier weitere städtische Gesellschaften und Eigenbetriebe haben vereinbart, dass sie künftig verstärkt gemeinsam auf ihre Leistungen als kommunale Dienstleister hinweisen – und sie sich außerdem gegenseitig noch mehr unterstützen wollen. „Da gehört das Engagement beim Nachbarschaftstreff dazu, weil wir die Kompetenz haben, welche Heizungslösung hier am besten geeignet ist“, macht Sven Halling deutlich.

Engagiert ist auch Fatiha Hammoudi, die mit ihrer Familie eine Mietwohnung in der Georg-Treber-Straße 82 bewohnt und sich ehrenamtlich für den Kids-Club einsetzt. Vor drei Jahren kam sie auf die Idee, den leer stehenden Allgemeinraum des Hauses als betreuten Treffpunkt für Kinder zu nutzen. Sie hatte festgestellt, dass es den Mädchen und Jungen aus diesem Haus und aus der Nachbarschaft an einer solchen Räumlichkeit fehlte.

Fatiha Hammoudi, die selbst einen acht Jahre alten Sohn hat, fragte bei der gewobau an – und rannte offene Türen ein. „Ihr Engagement unterstützen wir gerne“, sagt Alwyn Saptel vom Sozialen Management der gewobau, die die Möblierung ermöglichte. Seither wird in dem etwa 18 Quadratmeter großen Raum gemalt, gebastelt, gespielt und gefeiert, beispielsweise Halloween und Fasching. Dabei zeigte sich, dass es auf die Dauer ohne Heizung in dem Kellerraum doch ungemütlich ist.

„Von daher sind wir froh, dass die Stadtwerke hier rasch und unbürokratisch geholfen haben“, erklärt der stellvertretende gewobau-Geschäftsführer Torsten Regenstein. Er lobt auch das Engagement von Fatiha Hammoudi und anderen Mieterinnen und Mietern, die zum Wohlbefinden der Wohngemeinschaft beitragen. „Sie machen das Leben bunter und schöner.

Fatiha Hammoudi stellt das Programm gemeinsam mit den Kindern zusammen. Die gewobau trägt Materialien wie Schminke und Farben dazu bei. Auch eine Hausaufgabenbetreuung gibt es. Geöffnet ist der Raum nachmittags zu variablen Zeiten, meist ab 14 Uhr. Für die nahe Zukunft sind aber feste Öffnungszeiten geplant. Im Sommer nutzt der Nachbarschaftstreff auch gelegentlich die Rasenfläche vorm Haus.

Fatiha Hammoudi hat den Nachbarschaftstreff zunächst im Alleingang betreut. Mittlerweile wird sie von anderen Müttern unterstützt. „Diese Hilfe brauche ich bald in besonderem Maße“, sagt die schwangere Frau lachend und deutet auf ihren Bauch: „Im Januar bekomme ich mein zweites Kind.“

Quelle: Stadtwerke Rüsselsheim

 

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