Hearing der Frankfurter Fluglärmkommission: Stadt Rüsselsheim fordert Verbesserungen des Maßnahmenpakets „Aktiver Schallschutz“

Beim Hearing der Frankfurter Fluglärmkommission zu einem 2. Maßnahmenpaket „Aktiver Schallschutz“ des Expertengremiums Forum Flughafen und Region kritisierte die Stadt Rüsselsheim insbesondere die geplante Einführung eines neuen Anflugverfahrens. Flugzeuge sollen bei Ostwindwetterlage erst in einer Entfernung von etwa 9 Kilometern von der Landebahn auf die Anfluggrundlinie von Süden her eindrehen. Das führt im Ortsteil Bauschheim und vor allem in der Böllensee-Siedlung zu erheblichen Mehrbelastungen und auch zu neuem Lärm für bisher kaum betroffene Bereiche. Das Anflugverfahren ist zunächst in

der Nachtzeit vorgesehen und trägt mit dazu bei, dass in Rüsselsheim ohne Berücksichtigung des Ausbaus rund 8.600 Personen mehr von Fluglärm betroffen sind, also insgesamt 30.200 Menschen. Die Stadt wies darauf hin, dass es nicht nachvollziehbar sei, wieso der Anflug über Wohngebiete erfolge. Außerdem sei der für ein Jahr vorgesehene Probebetrieb zu lang, weil die Auswirkungen für die Menschen erheblich seien. Denn auch die geplante häufigere Nutzung der Nordbahn für Abfüge werde zusätzlichen Lärm verursachen.

Die durch den Flughafenausbau zu erwartenden Zusatzbelastungen für Königstädten und Haßloch seien in dem Maßnahmenpaket nur unzureichend berücksichtigt. In diesen Stadtteilen soll nach dem Ausbau zur Tagzeit durch die so genannte Südwestumfliegung tagsüber bis zu 13 dB(A) mehr Fluglärm entstehen.

Für die Stadt Rüsselsheim sei es im Übrigen nicht nachvollziehbar, welche Lärmauswirkungen mit den einzelnen Maßnahmen des Pakets verbunden sind. Eine Präzisierung sei insbesondere deshalb wichtig, weil nicht alle Maßnahmen des Pakets auch tatsächlich umgesetzt werden können oder müssen. Die Stadt Rüsselsheim forderte deshalb nicht nur Lärmberechnungen und Bewertungen für einzelne Maßnahmen, sondern eine Bewertung der Umsetzbarkeit einzelner Maßnahmen. Die Ermittlung des Tag- und Nachtindexes sei nicht nachvollziehbar, vor allem fehlen Angaben zur Bevölkerungsdichte. Der Informationsstand sei unzureichend und das Verfahren nicht transparent, weil insbesondere Lärmberechnungen fehlen. Die Stadt machte deutlich, dass Maßnahmen des aktiven Schallschutzes grundsätzlich sinnvoll seien, sie aber weitere Zusatzbelastungen für die Rüsselsheimer Bevölkerung nicht toleriere.



Quelle: Stadt Rüsselsheim

 

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