Wider besseres Wissen und gegen die Interessen der Standorte in Deutschland: Wirtschaftsminister lässt Opel-Beschäftigte im Regen stehen
(09.06.2010) Mit großem Unverständnis hat der Betriebsrat auf die Entscheidung von Wirtschaftsminister Brüderle reagiert, Opel keine Bürgschaft des Bundes zu gewähren. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Bundesregierung, anders als alle anderen Regierungen in Europa mit Opel-Standorten, eine ablehnende Entscheidung zum Antrag auf Staatsbürgschaften trifft“, sagte Klaus Franz, Opel-Konzernbetriebsratsvorsitzender. „Der Wirtschaftsminister lässt die Opel-Beschäftigten im Regen stehen – und das wider besseres Wissen und gegen die Interessen der Standorte in Deutschland. Opel und seine Belegschaft wird von Herrn Brüderle benutzt, um die Krise der FDP zu kurieren. Das ist beschämend“, meinte Franz.
Franz spart aber auch nicht mit Kritik in Richtung Detroit, dem Hauptsitz der Opel-Konzernmutter General Motors. „General Motors hat mit der Kommunikation über seine Finanzkraft die Steilvorlage für die ablehnende Entscheidung von Wirtschaftsminister Brüderle geliefert“, meinte Franz. General Motors sei aber trotz Sanierungsfortschritten noch weit davon entfernt, seine Krise überwunden zu haben und gehöre noch immer mehrheitlich der US-amerikanischen und kanadischen Regierung. „Herr Brüderle hat Fehler des Staatskonzerns General Motors genutzt, um sich auf dem Rücken der Opel-Beschäftigten zu profilieren. Mit Verantwortung für die Arbeitsplätze in der realen Wirtschaft und mit Vernunft hat dies wenig zu tun“, kritisiert Franz.
Der Opel-Betriebsrat zeigt sich jedoch erfreut über die Bereitschaft der Bundesländer mit Opel-Standorten, Bürgschaften zu gewähren. „Wir freuen uns, dass die Regierungen in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Thüringen zu ihrem Wort stehen und Opel die zugesagte Unterstützung leisten wollen. Das ist auch ein positives Signal aus Deutschland an die anderen europäischen Regierungen. Auf dieser Grundlage können wir aufbauen, um den fehlenden Betrag für Investitionen in neue Produkte und Technologien auf den internationalen Kapitalmärkten zu beschaffen“, sagte Franz.
Quelle: Klaus Franz, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates, Adam Opel GmbH