Opel braucht keine Steuergelder sondern Bürgschaften
(02.06.2010) Beschäftigte fordern Bekenntnis der Politik zu deutschen Standorten
Opel braucht Bürgschaften des Bundes und der Länder
- um bei Banken Kredite aufnehmen zu können wie jedes andere Unternehmen,
- um Standorte und Arbeitsplätze langfristig zu sichern,
- um in Zukunftstechnologien investieren zu können.
Bisher kann Opel keine Kredite bei Banken aufnehmen, da es als 100%ige Tochter von
General Motors keine eigenen Sicherheiten besitzt. General Motors gehört jedoch
mehrheitlich immer noch der amerikanischen Regierung und diese ist nicht bereit, für
Arbeitsplätze in Europa aufzukommen und amerikanische Steuergelder für die
Restrukturierung von Opel zur Verfügung zu stellen.
Spätestens seit der Finanzmarktkrise hat jedes Automobilunternehmen milliardenschwere
Kredite bei Banken aufgenommen. Wenn Opel diese Möglichkeit verweigert wird, hat das
Unternehmen einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Automobilherstellern.
Aus dem gleichem Grund wie Opel fordert Ford Deutschland als 100%ige Tochter des US Konzerns Ford eine Bürgschaft vom Land Nordrhein-Westfalen.
General Motors hat bisher bereits 1,9 Mrd. € für die Restrukturierung von Opel zur Verfügung
gestellt. Die europäischen Beschäftigten werden Beiträge in Höhe von 1,32 Mrd. € bis 2014
für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze bei Opel leisten.
Den letztes Jahr gewährten Überbrückungskredit hat Opel vorzeitig zurückgezahlt, inklusive
24 Mio. € Zinsen.
Für die vier Standorte in Deutschland braucht Opel eine Bürgschaft von 1,1 Mrd. €. Sollte der
Antrag abschlägig beschieden werden, wird General Motors nach seiner Methode sanieren:
Dann ist das Aus für mindestens zwei Opel-Werke in Deutschland zu befürchten.
Klaus Franz, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender bei Opel sagt: „Die Regierungen in
Großbritannien, Spanien, Österreich und Polen werden mit Bürgschaften die Arbeitsplätze in
ihren Ländern sichern. In Deutschland, wo das Herz der Traditionsmarke Opel schlägt, gibt es
interessierte Kreise, die eine Unterstützung verweigern wollen. Die Beschäftigten und auch
die direkt betroffenen Zulieferer des deutschen Mittelstandes brauchen jetzt endlich eine
positive Entscheidung der deutschen Regierung für den Erhalt der Standorte und der
Arbeitsplätze in Deutschland.“
Klaus Franz
Stellv. Vorsitzender
Aufsichtsrat Adam Opel GmbH