Wie kann die Zukunft des Bauschheimer Bürgerhauses aussehe?

(30.04.2010) Am kommenden Montag steht auf der Tagesordnung der Sitzung des Ortsbeirat Bauschheim unter anderem die strategische Haushaltskonsolidierung zur Beratung an. Ein Punkt der in Bauschheim für Diskussionen sorgen wird, ist die Absicht des Magistrats den Verkauf des Bauschheimer Bürgerhauses öffentlich auszuschreiben.

Der gegenwärtige Zustand des Gebäudes sorgte bei den nutzenden Vereinen schon seit einiger Zeit für Zündstoff. Da war bei der Jahreshauptversammlung der SKG gar davon die Rede es sei ein „Dreckstall“ und die Gesangsabteilung bemängelte zum wiederholten male die schlecht funktionierende Heizung. Für die SPD in Bauschheim sind das alles keine neuen Themen, denn schon vor Jahren wollten die Sozialdemokraten sich Gedanken über ein Nutzungskonzept für das Bürgerhaus machen. Damals war nicht unbedingt der bauliche Zustand ausschlaggebend, sondern es ging eher darum die Belastung der Nachbarn bei öffentlichen Veranstaltungen in ein erträgliches Maß zu bringen. Dieses Problem wurde weitestgehend in den Griff gebracht. Die Zahl der großen Veranstaltungen in Bauschheim kann als überschaubar angesehen werden. Seitdem der Bürgerhauspächter seine Operationsbasis in die Rüsselsheimer Stadthalle verlegt, und dort wohl die besseren Voraussetzungen gefunden hat, wurde es im und um das Bürgerhaus etwas ruhiger. Eine regelmäßige Bewirtung findet nicht mehr statt. Für Vereinsveranstaltungen und Familienfeiern wird das Bürgerhaus von den Bauschheimern aber immer noch gerne genutzt. Neben kleineren Maßnahmen zur Bauunterhaltung war die Sanierung der Toiletten im Keller die größte Investition am Gebäude in den vergangenen Jahren.

Nach Auffassung des Bauschheimer SPD-Vorsitzenden Waldemar Müller wäre es wünschenswert, von einer öffentlichen Ausschreibung des Verkaufs Abstand zu nehmen und das Bürgerhaus den nutzenden Vereinen zum Kauf anzubieten. „Die Vereine sollten sich zu einem ‚Trägerverein Bürgerhaus’ zusammenschließen oder gar eine eigene GmbH gründen, die den Betrieb, die Gebäudeunterhaltung und die Vermietung organisiert“, empfiehlt Müller. Die SKG hat durch den Betrieb der Sporthalle gute Erfahrungen im Gebäudemanagement und durch das gemeinsame Engagement aller Nutzer könnte der ursprüngliche Gedanke, der hinter der Idee der Bürger- oder Dorfgemeinschaftshäuser steht, wieder zu neuem Leben erweckt werden. Ehemals war es der Sozialdemokrat August Franke, der die Idee der Dorfgemeinschaftshäuser aus Baden-Württemberg übernahm. Angesichts der heutigen Kassenlage der Kommunen ist die Finanzierung solcher Gebäude mit öffentlichen Geldern nicht mehr machbar. Alternativen zur vollkommenen Privatisierung sind durchaus eine Überlegung wert.

Quelle: SPD Bauschheim

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