Gezielte Falschinformation der Unternehmenskommunikation zur angeblichen Schließung von Antwerpen

Quelle: Europäischen Arbeitnehmerforums

(20.04.2010) Die Medienberichte der letzten Tage erwecken den Eindruck, dass die Schließung von Antwerpen von allen Seiten akzeptiert sei und definitiv erfolgen werde. Meldungen über Abfindungssummen von 144.000 € und die angebliche Zustimmung des Betriebsrats zur Schließung sind schlichtweg falsch und haben erheblichen Unmut und Verunsicherung bei den Beschäftigten in Antwerpen verursacht. Als Folge dieser unverantwortlichen und chaotischen Falschmeldungen haben Teile der Beschäftigten in Antwerpen die Arbeit niedergelegt. Den entstehenden Schaden hat sich die Geschäftsleitung allein zuzuschreiben.

Die Fakten sehen anders aus:

Es gibt ein von allen Seiten akzeptiertes, jedoch noch nicht unterschriebenes „Memorandum of Understanding“ zwischen dem europäischen Betriebsrat (EEF) und dem europäischen Management mit folgendem Inhalt:

•  Sofortige Suche nach einem Investor – dazu arbeiten lokales und europäisches Management, Gewerkschafts- und Regierungsvertretungen zusammen

•  Investor muss Antwerpen spätestens Ende 2010 übernehmen

•  Um den Einstieg eines Investors zu erleichtern, werden folgende Produktionszusagen vereinbart:

•  Aktuelle Generation Astra TT (Cabrio) und Astra 3-Türer inkl. Astra-Classic

•  Neue Generation Astra Cabrio nach Genehmigung

•  Antwerpen wird als Auftragsfertiger in den Auswahlprozess einbezogen, sollte Opel/Vauxhall zukünftig Kapazitäten benötigen oder Nischenprodukte fertigen wollen

•  Sofortige Restrukturierung und Abbau von ca. 1.250 Beschäftigten bis Ende Juni 2010

•  Abschluss eines lokalen Sozialplans bis Mitte April – sollte kein Investor gefunden werden, gilt dieser Plan auch für die restliche Belegschaft zum Ende Dezember 2010

Entgegen der Pressemeldungen ist der lokale Sozialplan noch nicht zu Ende verhandelt! Es gibt eine Einigung über eine Vorruhestandsregelung, aber noch Dissens bei der Abfindungshöhe. Danach wird es zunächst ein Referendum der Beschäftigten geben, ob sie den Plan akzeptieren.

Es ist in höchstem Maße fahrlässig und unprofessionell in dieser kritischen Phase mit solchen Falschmeldungen an die Presse zu gehen. Sie gefährden den Erfolg der Verhandlungen, die positiven Aussichten der Belegschaft in Antwerpen, ihr Werk zu erhalten und schaden dem Image und der Marke Opel.

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