Opelvillen: Die Zukunft des Autos?
Mobilität jenseits aktueller Nachhaltigkeits-Debatten
Internationales Design-Symposium, Projektschau und Wettbewerb

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(17.03.2010) Die Diskussion um die Mobilität der Zukunft formiert sich vor unseren Augen neu: Energiefragen, Ballungsräume, politische Rahmenbedingungen, Produktionsplanungen, Nutzererwartungen und gestalterische Konzepte gehorchen nicht mehr der Logik des 20. Jahrhunderts. Es ist fraglich, ob es die Automobilbranche in der heutigen Form in zehn Jahren noch geben wird.

Fraglos sind drei globale Trends: Ein nach wie vor massives Wachstum der Weltbevölkerung, eine zunehmende Verstädterung mit hohem Mobilitätsbedürfnis und die von sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten beeinflusste Erfordernis einer massiven Reduktion der CO 2 -Belastung. Wie sollen wir auf diese Entwicklungen reagieren? Wie können wir das Heft in die Hand nehmen? Die Rüsselsheimer Opelvillen, eines der international renommierten Institute für Bildende Kunst im Rhein-Main-Gebiet, stellt diese Frage zusammen mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Die Kunsthochschule des Landes Hessen hat sich im Bereich Ökologie, nachhaltiger Gruppentransport und barrierefreie Mobilität weltweit einen Namen gemacht.

Gemeinsam haben diese beiden Institutionen im November vergangenen Jahres die Initiative FORWARD_10 gegründet. Daran beteiligt sind außerdem die Stadt Offenbach mit der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main sowie das House of Logistics & Mobility, Frankfurt/Main.

Unter dem Titel „Die Zukunft des Autos? – Mobilität jenseits aktueller Nachhaltigkeits-Debatten“ präsentiert FORWARD_10 vom 9. Juni bis zum 4. Juli 2010 in den Opelvillen internationale junge Gestaltungs-Konzepte zur Mobilität.

„Mit ihrem Standort in Rüsselsheim sind die Opelvillen für eine Präsentation der Debatte um ,Die Zukunft des Autos?' geradezu prädestiniert. Wir haben in verschiedenen Projekten die Entwicklung ,Vom Industriezeichner zum Designer' beleuchtet und intendieren nun, Autodesign zu visualisieren und zu diskutieren, das sich vor dem Hintergrund aktueller Veränderungen entwickelt“, sagt Dr. Beate Kemfert, Kuratorin und Stiftungsvorstand der Opelvillen. „Eine Zukunft ohne nachhaltige Systeme ist für uns ebenso undenkbar wie eine Zukunft ohne ästhetische Qualität. Es ist daher wichtig, eine Diskussion zu initiieren, die sich nicht auf die numerische CO 2 -Reduktion beschränkt“, so Professor Georg-Christof Bertsch, einer der Initiatoren der Hochschule für Gestaltung.

Eröffnet wird „Die Zukunft des Autos?“ am 6. Juni, 9.30 Uhr, mit einem Symposium, bei dem internationale Referenten aus Hochschulen, der Industrie und Verbänden Statements zu diesem brisanten Thema abgeben sowie Konzepte und Entwürfe erläutern werden. Zugleich initiiert das Symposium einen internationalen Hochschulwettbewerb, der zum Wintersemester 2011/2012 ausgeschrieben wird. Dieser Wettbewerb soll den Blick auf Design-Lösungen lenken, die klassische Fahrzeugtypen hinter sich lassen und teils objekthafte, teils systemische Lösungen präsentieren. Dabei sollen gestalterische, ökonomische, ökologische und verkehrsplanerische Aspekte berücksichtigt werden und Begriffe wie Verkehrsvermeidung, nachhaltiger Gruppentransport und Lokalität eine zentrale Rolle spielen.

Beim Symposium am 6. Juni werden unter anderem sprechen: Professor Dr. Ronald Gleich, Gründungsdirektor Automotive Institute for Management (AIM) der European Business School, Wiesbaden/Oestrich-Winkel ; Reinhard Klimmt, Bundesminister für Verkehr Bau und Wohnungswesen, Aufbau Ost a.D.,  Saarbrücken; Dr. Keith Ulrich, Leiter Innovationsmanagement DHL, Troisdorf; Dr. Fritz Reußwig, Institut für Klimafolgenforschung, Potsdam.

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