Rüsselsheimer Arbeit am Thema Integration erfolgreich

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(29.01.2010) Fast jeder fünfte Bürger in Deutschland hat seine familiären und geschichtlichen Wurzeln im Ausland. Im gesamten Rhein-Main-Gebiet und auch in Rüsselsheim ist die Quote der Einwohner mit Migrationshintergrund aufgrund des attraktiven Arbeitsplatzangebots noch höher. Daher hat das Thema Integration in Rüsselsheim eine große Bedeutung.

Zu einem Arbeitstreffen trafen sich im Rüsselsheimer Rathaus die Facharbeitsgruppen, die sich seit 2008 mit dem Thema Integration befassen. Zuvor hatte der Magistrat das Rüsselsheimer Bündnis für Integration ins Leben gerufen und Handlungsfelder festgelegt. Drei Themen wurden dabei als besonders wichtig festgeschrieben: der Erwerb guter deutscher Sprachkenntnisse, kommunale Serviceleistungen und Teilhabe von Mädchen und Frauen am gesellschaftlichen Leben. Im Mittelpunkt der jetzigen Veranstaltung standen Sachstands- und Arbeitsberichte der Facharbeitsgruppen sowie der Ausblick auf künftige Projekte, die Elke Möller vom Büro für Integrationsaufgaben in einer Präsentation zusammenfasste.

Viel geschehen ist vor allem im Handlungsfeld Sprache. Zunächst wurde eine Bestandsaufnahme aller Sprachförderangebote in Rüsselsheim gemacht, dann ein Faltblatt über Deutschkurse vor Ort erstellt. Die Nachfrage ist gut. Auch ein Fachtag Sprachförderung im Januar 2009 trug zu einem Mehr an Informationen bei. Themen waren unter anderem Elternbegleitung für die Schulwegplanung ihrer Kinder oder in den Alltagssituationen, die die Kinder tagtäglich erleben.

Im Bereich der kommunalen Serviceleistungen geht es vor allem um die interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung und der städtischen Eigenbetriebe. Alle Bürgerinnen und Bürger, gleich welcher Herkunft, sollen einen gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen haben. Die Beschäftigten der Stadt werden zugleich in Akzeptanz und Sensibilität im Umgang mit Menschen unterschiedlichster Kulturen, Herkunft und Lebensweisen geschult. Außerdem soll die Zahl der Beschäftigten mit Migrationshintergrund erhöht werden. Derzeit liegt der Anteil bei 15 Prozent. Beispielsweise werden Stellenausschreibungen der Stadt Rüsselsheim jetzt mit dem Zusatz versehen "Wir begrüßen Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund".

Im Handlungsfeld Teilhabe von Frauen und Mädchen am gesellschaftlichen Leben gibt es künftig Lotsinnen und Lotsen, die bei Behördengängen helfen und zu Schulwegplanung, Sprachförderung und Alltagsbewältigung informieren. Die Informationen sollen gezielt in Moscheen, aber auch überall sonst, wo Menschen in Rüsselsheim ein Informationsdefizit in diesem Bereich haben, weitergegeben werden.

In der anschließenden Diskussion wurden Fragen nach den nächsten Schritten behandelt und dass es künftig Evaluation (Beleg der Wirkung der Maßnahmen) geben sollte. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber darin, dass in der kurzen Zeit bereits ein beachtliches Arbeitspensum geleistet worden ist.

Dass Rüsselsheim hier auf einem guten Weg ist, bestätigt auch der aktuelle Kreismonitor Integration 2008, den die Fachbereichleiterin Soziale Sicherung und Chancengleichheit im Kreis Groß-Gerau, Ulrike Cramer, den Mitgliedern der Facharbeitsgruppen vorstellte. So konnte Rüsselsheim den Anteil der ausländischen Gymnasialschüler an den ausländischen Schülern an weiterführenden Schulen insgesamt seit 2006 um sechs Prozent steigern. Das ist der viertbeste Wert im gesamten Kreis Groß-Gerau, und er liegt um sechs Prozent über dem hessischen Landesdurchschnitt. Weil Schüler und Einwohner mit Migrationshintergrund im statistischen Durchschnitt niedrigere Schulabschlüsse und Berufsausbildungen haben und dann oft keine Arbeit finden, sind Fördermaßnahmen hier gut eingesetzt. Auch die Erfolge der Rüsselsheimer Sprachförderung sind deutlich sichtbar. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund, die erhebliche Defizite der deutschen Sprache haben ist um 14 Prozent gesunken. Rüsselsheim liegt durch seine verschiedensten Fördermaßnahmen hier acht Prozent über dem Kreisdurchschnitt, mit dem besten Wert im Nordkreis.

Quelle: Stadt Rüsselsheim, Öffentlichkeitsarbeit

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